ECPAT Österreich, Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung

Sexuelle Ausbeutung durch Kinderhandel

Hintergrundinfo

Kinderhandel ist das Anwerben, Beherbergen oder anderweitige Aufnehmen, Befördern, Anbieten oder Weitergeben einer minderjährigen Person zum Zweck der Ausbeutung.

 

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Netzwerke

ECPAT Österreich ist Mitglied der vom BMeiA koordinierten Taskforce zur Bekämpfung des Menschenhandels sowie der zur Taskforce gehörenden Arbeitsgruppe Kinderhandel.

 

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Projekte & Kampagnen

Die bisher größte ECPAT- Kampagne „Stoppt Sex-Handel mit Kindern und Jugendlichen“, gemeinsam mit The Body Shop, fand zeitgleich in 60 weiteren Ländern weltweit statt.

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Aktivitäten

Hier finden Sie Infos zu aktuellen themenbezogenen Veranstaltungen wie Konferenzen, aber auch Ankündigungen über neues Kampagnenmaterial und Publikationen.

 

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Menschenhandel ist das drittgrößte kriminelle Geschäft der Welt (UN.GIFT). Die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) geht davon aus, dass weltweit 2,4 Millionen Menschen Opfer von Menschenhandel sind (ILO, 2009). Im Zeitraum von 2007 bis 2010 waren nach Angaben von UNODC 55-60 Prozent aller Betroffenen von Menschenhandel weiblich und rund 27 % Kinder unter 18 Jahre (UNODC, 2014). Im Zeitraum 2010-2012 berichtet Eurostat von 30.146 behördlich registrierten Fällen von Menschenhandel, davon seien insgesamt 80% der Betroffenen weiblich, 16% minderjährig, und 2% zwischen 0 und 11 Jahre alt. Die Mehrheit (69%) der registrierten gehandelten Opfer wurden sexuell ausgebeutet, von den weiblichen Opfern seien es insgesamt 85%. Kinderhandel ist das Anwerben, Beherbergen oder anderweitige Aufnehmen, Befördern, Anbieten oder Weitergeben einer minderjährigen Person zum Zweck der Ausbeutung. Die Minderjährigen sind auch dann Opfer, wenn sie der Anwerbung oder der Arbeit ursprünglich zugestimmt haben bzw. nicht durch Täuschung oder Gewalt in diese Arbeit gezwungen wurden. Österreich ist dabei sowohl hauptsächlich Ziel- wie auch Transitland für gehandelte Kinder und Jugendliche, die vorwiegend aus dem osteuropäischen und zentralasiatischen Raum stammen. Der Fortschrittsbericht („Progress Card Bericht“) der Body Shop-Kampagne zeigt, dass es in Österreich, wie auch in anderen Ländern, ein großes Dunkelfeld gibt, was die Identifizierung von minderjährigen Opfern betrifft. Die wenigsten Fälle werden den Behörden gemeldet, wodurch sich auch die Strafverfolgung schwierig gestaltet.

Wer sind die Opfer?

Viele Kinder verlassen ihren Heimatort, um ihren ärmlichen Verhältnissen zu entkommen- auch um ihre Familie finanziell unterstützen zu können. Sie selbst oder ihre Eltern werden mit falschen Versprechungen von Ausbildung oder gut bezahlten Jobs gelockt. Andere werden einfach aus ihren Dörfern oder Städten entführt und wie Ware ver- und gekauft. Die häufigsten Opfer von KinderhändlerInnen sind Mädchen, Kinder von ethnischen Minderheiten, staatenlose Kinder und Flüchtlingskinder. Kinder sind dann besonders gefährdet verkauft und ausgebeutet zu werden, wenn ein niedriger Bildungsgrad, Gewalt und Suchtverhalten in der Familie sowie fehlende Perspektiven im sozialen Umfeld zusammentreffen.

Was passiert mit den Kindern?

Betroffene Kinder werden als Prostituierte missbraucht, gegen ihren Willen verheiratet und illegal adoptiert. Sie sind billige oder unbezahlte Arbeitskräfte, arbeiten als HausdienerInnen, als BettlerInnen oder werden in bewaffneten Konflikten als KindersoldatInnen eingesetzt. Durch Kinderhandel sind sie Ausbeutungsverhältnissen, Gewalt, sexuellem Missbrauch und dem vermehrten Risiko einer HIV-Infektion ausgesetzt. Ihre Rechte auf Schutz, auf eine sichere Umgebung und auf Ausbildung werden verletzt. Menschenhandel und Kinderhandel werden in Österreich unter §104a StGB kriminalisiert.

Unsere zentralen Forderungen Kinderhandel in Österreich betreffend

  • Bund und Länder müssen sich auf einen Kooperationsmodus verständigen, der auf einheitlichen Standards für die Betreuung und Versorgung minderjähriger Opfer von Menschenhandel beruht, wie es in diversen internationalen und EU-Abkommen festgelegt ist.
  • Österreichweit muss die Übertragung der vollen Obsorge an den Kinder- und Jugendhilfeträger für Betroffene des Kinderhandels gewährleistet sein.
  • Die Unterbringung der Opfer hat sich an den Qualitätsstandards der Jugendwohlfahrt zu orientieren und muss den Sicherheitsstandards für Betroffene des Menschenhandels entsprechen. Die Sicherheitsstufe, die notwendig ist, ist im Einzelfall zu prüfen.
  • Die Opferrechte vor Gericht, insbesondere psychosoziale und juristische Prozessbegleitung sowie ggf. Entschädigungen sind für alle Betroffenen des Kinderhandels zu gewährleisten.
  • Relevante Behörden, das sind insbesondere die Kinder- und Jugendhilfe, Polizei, Fremden- und Asylbehörden, spezialisierte NGOs und Einrichtungen für unbegleitete minderjährige Fremde oder Flüchtlinge müssen regelmäßig und nachhaltig sensibilisiert bzw. geschult werden, damit sie in der Lage sind, Kinder als Opfer des Menschenhandel zu erkennen.
  • Das Delikt Menschenhandel sowie Teilaspekte des Delikts, wie etwa die Ausbeutung, sind in unterschiedlichen Gesetzen geregelt, die nicht optimal aufeinander abgestimmt sind. So etwa sind die Strafausmaße für Ausbeutung unterschiedlich geregelt.
  • Auch fehlt z. B. im § 116 FPG (Fremdenpolizeigesetz) der Tatbestand „Ausbeutung minderjähriger“ Personen.
  • Vor allem aber mangelt es an einer so genannten LEGALDEFINITION des Begriffs Ausbeutung im § 104a (Menschenhandel) des StGB.

Netzwerke

Task Force zur Bekämpfung des Menschenhandels

ECPAT Österreich ist Mitglied der vom Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres (BMeiA) koordinierten Taskforce zur Bekämpfung des Menschenhandels sowie der zur Taskforce gehörenden Arbeitsgruppe Kinderhandel, die vom Bundesministerium für Familie und Jugend, Abt. Jugendwohlfahrt und Kinderrechte geleitet wird. Die Arbeit der Task Force basiert auf dem Nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung des Menschenhandels. Aktuell steht der vierte Nationale Aktionsplan (2015-2017) in Geltung. Die Aktionspläne verfolgen einen umfassenden Ansatz in der Bekämpfung von Menschenhandel. Im Jahr 2016 hat die Arbeitsgruppe Kinderhandel die "Handlungsorientierung zur Identifizierung von und zum Umgang mit potenziellen Opfern von Kinderhandel" veröffentlicht. Dieser richtet sich an zentrale AkteurInnen (z.B. Polizei, Kinder- und Jugendhilfe, Fremden- und Asylbehörden etc).

Weitere Informationen zum Downloaden:

- Informationsfolder Arbeitsgruppe Kinderhandel

- Handlungsorientierung zur Identifizierung von und zum Umgang mit potenziellen Opfern von Kinderhandel

- Nationaler Aktionsplan 2015-2017

Plattform gegen Ausbeutung und Menschenhandel

Die Plattform gegen Ausbeutung und Menschenhandel wurde am 21. Jänner 2015 konstituiert. Die Plattform stellt die erste umfassende NGO- und ExpertInnenplattform zum Thema Ausbeutung und Menschenhandel in Österreich dar. Sie präsentierte sich am 19. Jänner 2017 erstmals der Öffentlichkeit im Rahmen einer Pressekonferenz.

ECPAT Österreich ist Mitglied der Plattform gegen Ausbeutung und Menschenhandel.

 

 

 

 

The Body Shop - Kampagne

Im August 2009 startete das ECPAT Netzwerk gemeinsam mit dem Kosmetikunternehmen The Body Shop die bis dato größte Kampagne seit ihrem Bestehen. Während der dreijährigen Kampagne „Stoppt Sex-Handel mit Kindern und Jugendlichen“, die zeitgleich in 60 weiteren Ländern weltweit stattfand, wurde eine Petition für verstärkte Sensibilisierung und Betreuungsstandards für minderjährige Opfer von Kinderhandel gestartet. Der Erlös der Kampagnen- Handcreme "Soft Hands - Kind Heart", die in The Body Shop Geschäften verkauft wurde, wurde u.a. in Sensibilisierungs- und Schulungsmaßnahmen investiert. Seit dem zweiten Kampagnenjahr lag eine Unterschriftenliste zur neuen Petition in allen The Body Shop Geschäften zur Unterschrift bereit. Darin forderten wir:

  • spezialisierte und kindergerechte Hilfe- und Betreuungsangebote für Betroffene von Kinderhandel
  • Schulungen für spezifische Berufsgruppen (u.a. Polizei und Jugendwohlfahrt) und bessere Vernetzung der Stakeholder, damit mehr Opfer von Kinderhandel identifiziert werden und verstärkt gegen die TäterInnen ermittelt werden kann,
  • die österreichische Bevölkerung muss stärker sensibilisiert und ein Meldesystem bzw. eine Hotline eingerichtet werden.

Die Petition, unterstützt durch 55000 Unterschriften, wurde dem Parlament im Juli 2011 übergeben und von der Präsidentin des Nationalrates, Dr. Barbara Prammer, entgegengenommen. Es folgte die symbolische Übergabe der Petitionen im Bundesrat.

Was wurde erreicht?

Die Initiative hat weltweit rund 7 Mio. UnterstützerInnen gefunden, 55.000 aus Österreich. Durch kontinuierliches Lobbying ist es uns gelungen den Petitionsausschuss im Parlament dazu zu bringen, dass ein eigenes Hearing im Parlament zu unseren Petitionsforderungen stattfand! Das heißt unsere Forderung nach besserem Schutz für Opfer von Kinderhandel und sexueller Ausbeutung wurde gehört und ernstgenommen! Beim Hearing am 12. März 2012 wurde einstimmig beschlossen die Bürgerinitiative zur weiteren Bearbeitung an den Menschenrechtsausschuss zuzuweisen. Im März 2014 schließlich hat der Nationalrat einen von mehreren Abgeordneten des Menschenrechtsausschusses einbebrachten Entschließungsantrag zur besseren Betreuung und Versorgung von Opfen von Kinderhandel angenommen.

Die Entschließung des Nationalrates vom 26.03.2014 zu „Kinderhandel“.

Daneben ist es uns gelungen, durch unsere Schulungen für Polizei, Jugendwohlfahrt,Flüchtlingsbetreuungseinrichtungen und andere Organisationen Wissen und Sensibilität für das Problem Kinderhandel und sexuelle Ausbeutung in nahezu allen Bundesländern zu heben.

Politisches Lobbying und anwaltschaftliche Arbeit im Interesseder ausgebeuteten Kinder sind langwierig,und zeitintensiv. Für ECPAT, als NGO ohne Basisfinanzierung ist dies eine stetige Herausforderung. Wir sind insbesondere für diesen Bereich auf Spenden und Unterstützung durch Sponsoren angewiesen. Schnelle Ergebnisse und Fortschritte sind daher zwar nicht zu erwarten, dennoch zeigt das Beispiel der Petition auf, dass Erfolge möglich sind, nach dem Motto: Steter Tropen höhlt den Stein. Dass noch viel zu tun ist zeigt auch ein aktueller Fall einer 17jährigen Minderjährigen, die im März 2015 wegen 134 fachen Taschendiebstahls am Wiener Straflandesgericht zu eineinhalb Jahren unbedingter Haft verurteilt. Das Mädchen wurde zum Stehlen gezwungen; das Geld musste sie zur Gänze abliefern. Quelle: APA Artikel. Das Mädchen befindet sich in Haft, obwohl internationale Abkommen zu Menschenhandel, die Österreich unterzeichnet und ratifiziert hat, Vertragsstaaten dazu anhalten, Opfer von Menschenhandel für erzwungene Straftaten nicht zu bestrafen. Zum Beispiel: Konvention des Europarates zur Bekämpfung des Menschenhandels, oder auch die OSZE, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, hat dazu Empfehlungen abgegeben.

Aktivitäten

OSCE Alliance-Conference against Trafficking in Persons

03.April 2017 - Am 3. Und 4. April 2017 fand die OSCE Alliance-Conference against Trafficking in Persons statt, an der 57 OSCE-Staaten sowie Vertreter_innen von NGOs, der Zivilgesellschaft sowie Medienvertreter_innen teilgenommen haben. In der Konferenz wurden gelungene Fallbeispiele und Methoden sowie noch anstehende Herausforderungen betreffend der Bekämpfung von Kinderhandel thematisiert. Das „Barnahus“-Modell wurde als „best-practice“ Beispiel hervorgehoben. Es stellt einen kinderzentrierten ganzheitlichen und multi-disziplinären Ansatz dar, in welchem vom Menschenhandel betroffene Kinder ein Schutzraum sowie auch therapeutische Behandlung zur Verfügung gestellt bekommen. Von der OSCE-Mission in Montenegro findet derzeit ein Projekt zur Prävention von Verheiratungen von Minderjährigen und damit einhergehendem Menschenhandel statt. Das Projekt zielt auf die Sensibilisierung von vorwiegend Roma-Frauen in Montenegro, als auch an Professionelle, die mit ihnen arbeiten, ab. Ein Ziel der Konferenz stellte die Entwicklung von Empfehlungen dar, um effektiv und in einer kinderfreundlichen Weise auf Kinderhandel zu reagieren. Ein spezieller Schwerpunkt wurde aufgrund der Aktualität des Themas auf Kinder im Kontext von Flucht und Migration gelegt.

Pressekonferenz der Plattform gegen Ausbeutung und Menschenhandel

19. Jänner 2017 - Die Plattform gegen Ausbeutung und Menschenhandel präsentierte sich im Rahmen einer Pressekonferenz erstmals der Öffentlichkeit. ECPAT Österreich ist Mitglied der Plattform und lud somit gemeinsam mit den anderen Mitgliedern zur Pressekonferenz ein, die am 19. Jänner um 9 Uhr in der Schenkenstraße 4, 1010 Wien, stattfand.

Die Plattform stellt die erste umfassende NGO- und ExpertInnenplattform zum Thema Ausbeutung und Menschenhandel in Österreich dar. Stellvertretend für alle Mitglieder der Plattform gaben folgende NGOs und ExpertInnen fünfminütige Statements über Probleme in ihrer Arbeit mit Betroffenen von Ausbeutung und Menschenhandel ab, beispielsweise in der Prostitution, im Baugewerbe, in Haushalten oder in der Bettelei, sowie über dringenden Handlungsbedarf in Österreich: 

  • Ass.-Prof.in Mag.a Dr.in Katharina Beclin, Kriminologin an der Universität Wien und Koordinatorin der Plattform. Vorstellung der Plattform gegen Ausbeutung und Menschenhandel und ihrer Ziele.
  • Sabine Kallauch, Leitung Herzwerk - diakonische Initiative. Anerkennung der Identifizierung von Betroffenen von Menschenhandel durch NGOs insbesondere im Asylverfahren.
  • Sr. Anna Mayrhofer, SOLWODI Österreich. Fehlende Rechte von nicht offiziell identifizierten Betroffenen von Menschenhandel.
  • Mag.a Evelyn Probst, Leitung LEFÖ-IBF. Auswirkungen der geplanten Verschärfungen im Fremdenrecht auf Betroffene von Menschenhandel.
  • Andrea Staudenherz, Obfrau von Hope for the Future. Notwendigkeit spezieller Vorbereitung ausgebeuteter Personen für den Arbeitsmarkt.
  • Mag.a Astrid Winkler, Geschäftsführerin von ECPAT Österreich. Kinder als Betroffene von Menschenhandel.
  • Mag. Markus Zingerle, Projektleiter von MEN VIA. Identifizierung von Männern als Betroffene von Menschenhandel nur bei politischem Interesse?

Webausstellung: „Menschenhandel – die Sklaverei des 21. Jahrhunderts“

20. Juli 2016 - Im Nationalen Aktionsplan zur Bekämpfung des Menschenhandels (2015-2017) ist die Gestaltung einer Webausstellung auf Basis der Wanderausstellung „Menschenhandel – Sklaverei im 21. Jahrhundert“ vorgesehen. Diese ist seit dem 08. Juli 2016 online verfügbar. Die Webausstellung ist eine Initiative der österreichischen Task Force gegen Menschenhandel, bei der ECPAT Österreich Mitglied ist.

Die Webausstellung zielt unter anderem darauf ab im Schulunterricht verwendet zu werden. Zusatzinformationen zu Unterrichtszwecken sind auch auf der Seite der Webausstellung zu finden.

Auf Fragen wie „Was ist Menschenhandel?“ und „Wie werden Opfer von Menschenhandel in Österreich betreut?“ wird in der Webausstellung eingegangen.

Hier können Sie sich die Webausstellung ansehen.

Hier gelangen zu den Zusatzinformationen zu Unterrichtszwecken.

Runder Tisch „Kinderschutz und Armutsmigration aus kinderrechtlicher Perspektive“

Am 26. März 2015 organisierte das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte im Kolpinghaus Wien einen ganztägigen Runden Tisch zum Thema “Kinderschutz und Armutsmigration aus kinderrechtlicher Perspektive. Hintergrund zu dieser Veranstaltung ist das aktuelle EU-Projekt “CONFRONT – Formen von Kinderhandel und Zuschreibungen in Bezug auf Roma“, an dem das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte in Zusammenarbeit mit ECPAT Österreich beteiligt ist. Obwohl sich der Wissensstand über Armutsmigrationen nach Österreich in den letzten Jahren verbessert hat, wurde diese sensible und zugleich wichtige Thematik bislang nicht aus kinderrechtlicher Perspektive behandelt. Ziel des Runden Tischen war es, staatliche und zivilgesellschaftliche AkteurInnen zusammenzubringen und die sensiblen Themen Armutsmigration, Darstellung und Diskurs über Roma, Betteln sowie Kinderhandel aus einer Kinderrechtsperspektive offen und vorurteilsfrei zu diskutieren, um gemeinsame Wege für eine effektive Zusammenarbeit zu finden. Deutlich wurde u.a., dass es in allen Bundesländern an Grundversorgungsangeboten für Kinder beziehungsweise Familien mangelt. Es wäre daher wichtig, Familiennotunterkünfte zu schaffen, denn derzeit richten sich die Angebote nur an Erwachsene oder sind Bestandteil der temporären „Winterpakete“ von unterschiedlichen Hilfseinrichtungen, die Mitte April wieder geschlossen werden. Zudem sollte im medialen und politischen Sprechen mehr Sorgfalt walten, um diskriminierende und kriminalisierende Sprechweisen nicht zu prolongieren. So gab es zum Abschluss Interessensbekundungen der unterschiedlichen TeilnehmerInnen für eine weitere Zusammenarbeit und Vernetzung. Eine Fortsetzung dieses Dialogs als auch ein konkretes follow-up, insbesondere auch zur Verbesserung der Situation in Wien, wären eine wünschenswerte Entwicklung, in die sich das Ludwig Boltzmann Institut für Menschenrechte und ECPAT weiterhin gerne einbringen.

Die finalen Ergebnisse des Projektes Confront sowie die Länderberichte sind hier veröffentlicht.