ECPAT Österreich, Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung

Projektübersicht

Hier finden Sie eine Übersicht wichtiger, bereits abgeschlossener Projekte.

Don't look away - be aware & report the sexual exploitation of children in travel and tourism!

Laufzeit: 2012 – 2015, 3 Jahre

Projektleitung: ECPAT Frankreich

Projektpartner: ECPAT Österreich, ECPAT Deutschland, ECPAT Luxemburg, ECPAT Schweiz, ECPAT Frankreich, ECPAT Niederlande.

16 assoziierte Partnerländer: Rumänien, Tschechien, Spanien, Italien, Schweiz, Estland, Vereinigtes Königreich, Belgien, Bulgarien, Ukraine, Brasilien, Kenia, Madagaskar, Senegal, Südafrika und Gambia.

Hauptziele

  • Entwicklung und Stärkung sowie Bekanntmachen von nationalen Meldeverfahren
  • Stärkung der Rolle von Tourismusunternehmen in Bezug auf Kinderschutz
  • Reisende für die kommerzielle sexuelle Ausbeutung von Kindern in Tourismusdestinationen sensibilisieren

Zentrale Ergebnisse:

1.) Die österreichische Meldeplattform www.nicht-wegsehen.at ist seit November 2014 online. Sie bietet Reisenden zwei Möglichkeiten, Verdachtsfälle von sexueller Ausbeutung von Kindern zu melden:

  • Personen, die eine Straftat melden möchten, finden eine direkte Weiterleitung an die zuständige Stelle beim Bundeskriminalamt
  • Diejenigen, die sich nicht sicher sind, ob es sich bei der von ihnen beobachteten Situation um eine Kindesgefährdung handelt und diese als Straftat gilt, können ihre Beobachtungen ECPAT Österreich mitteilen.

2.) Eingebettet ist die österreichische Meldeseite in die europäische Meldeplattform www.reportchildsextourism.eu Sie gibt einen Überblick über alle europäischen Meldemechanismen (seit März 2014 online) und ist auf Englisch, Spanisch, Französisch und Deutsch verfügbar. Auf der Seite finden Sie unter anderem Handlungsempfehlungen, wie bei einer auffälligen Situation reagiert werden kann.

3.) Länderstudien in den fünf Tourismusdestinationen Gambia, Kenia, Madagaskar, Senegal und Südafrika untersuchten die Lage zur sexuellen Ausbeutung von Kindern in Subsahara Afrika. Die Studien nehmen die Rolle der Tourismusunternehmen vor Ort für den Kinderschutz in den Fokus sowie die Wirksamkeit etwaiger Meldemöglichkeiten zum Schutz der Kinder vor sexueller Gewalt.

4.) Sensibilisierung der Reisebranche durch Schulungen von Mitarbeitenden touristischer Unternehmen. Ergänzend hierzu ermöglicht ab 2015 ein Webinar europaweite Schulungen von Tourismusunternehmen.

5.) Seit dem Launch am 14.10.2015 gibt es ein neues interaktives Tool für ExpertInnen der Tourismusbranche – das ECPAT Serious Game. Die neue Website bietet eine neue, interaktive und unterhaltsame Methode Tourismusfachleute und -studierende für die Thematik der sexuellen Ausbeutung von Kindern auf Reisen und im Tourismus zu sensibilisieren. Mehrere Szenarien können innerhalb des Tools ausprobiert werden, verschiedene Handlungsoptionen ergeben sich und verändern den weiteren Verlauf des simulierten Gesprächs. http://www.ecpat-serious-game.eu/

6.) In Österreich wurden 2014 und 2015 am 20. November, dem Tag der Kinderrechte, Aktionstage durchgeführt um auf die sexuelle Ausbeutung von Kindern durch Reisende aufmerksam zu machen. Gleichzeitig wurden Handlungsmöglichkeiten vorgestellt.

Make-IT-Safe Peer Experts Program

Laufzeit: 2012-2014, 2 Jahre
Projektleitung: ECPAT Deutschland
Projektpartner: ECPAT Österreich, ECPAT UK, ECPAT Niederlande, ECPAT Belgien

Hauptziel: Kindern und Jugendlichen einen sicheren und eigenverantwortlichen Umgang mit dem Internet zu vermitteln, damit diese sich und andere gegen Missbrauch im Netz schützen können. In Österreich nehmen 20 Jugendliche aus 10 Schulen und Jugendzentren an dem von ECPAT organisierten Projekt teil. Sie werden zu „make-IT-safe Peer Experts“ ausgebildet, um ihr Wissen „peer-to-peer“ an andere Kinder und Jugendliche weiterzugeben.

Zentrale Ergebnisse:

  • Launch der Webseite www.make-it-safe.ecpat.at mit relevanten Informationen; auch in BKS (Bosnisch-Kroatisch-Serbisch) verfügbar;
  • Internationale Webseite: www.make-it-safe.net
  • Elterninformationen in 9 Sprachen (Türkisch, Russisch, Arabisch, Bosnisch/Kroatisch/Serbisch, Rumänisch sowie in Niederländisch, Englisch, Französisch und Deutsch)
  • Handbuch für jugendliche MultiplikatorInnen mit praktischen Übungen;
  • Handbuch für BetreuerInnen/LehrerInnen/Coaches zur Vermittlung der Peer-to-Peer Methodik.

Täter nehmt Euch in Acht! – Bewusstseinsbildung, Kapazitätsaufbau und Motivation zu verstärktem Schutz der Kinder vor sexueller Ausbeutung im Tourismus

Laufzeit: 2008-2011, 3 Jahre
Projektleitung: ECPAT Germany
Kooperationspartner Österreich: respect & ECPAT
Projektpartner: TARTU Child Support Center, Estonia; DCI-ECPAT Netherlands; ECPAT Italy – ONLUS (European Partner)
Sonstige beteiligte Länder: South Africa; Philippines; India; Costa Rica; Kenya; Dominican Republic

Hauptziel:

Sensibilisierung zu Kinderschutz im Tourismus in Herkunfts- und Destinationsländern mit Schwerpunkt auf Schulungsmaßnahmen. Kapazitätenaufbau und Steigerung der Motivation von Einzel- und Schlüsselpersonen, sich für den Schutz der Kinder einzusetzen.

Zentrale Aktivitäten:

  1. Bildung und Bewusstseinsbildung für touristische Fachkräfte und angehende TouristikerInnen (Studierende, Lehrlinge, Fachhochschulen); unter anderem Entwicklung eines e-learning Kurses.
  2. Lobbying und Sensibilisierung europäischer und nationaler ParlarmentarierInnen sowie anderer wichtiger EntscheidungsträgerInnen/Institutionen, der Reisewirtschaft unter Einbeziehung von ExpertInnen aus Partnerländern des Südens (ExpertInnentreffen).
  3. Information und Sensibilisierung der allgemeinen Öffentlichkeit und der Medien durch Publikationen (Newsletter).
  4. Mehrere Train-the-Trainer Seminare sowie Entwicklung eines Trainermanuals und allgemeiner Standards für Bewusstseinsbildung in diesem Bereich.

Zentrale Ergebnisse:

Im Rahmen des Projektes „Täter nehmt euch in Acht“ wurden in Österreich zwischen November 2008 und Februar 2011 Trainingsmaßnahmen zum Thema „Kinderschutz im Tourismus“ an österreichischen Tourismusschulen und -universitäten angeboten. Insgesamt wurden knapp 700 Auszubildende an elf Berufsfachschulen und Universitäten in den 3 Projektjahren erreicht. Die Trainings wurden sowohl auf Deutsch und auch auf Englisch angeboten. Das im Rahmen des Projektes "Offenders Beware" durchgeführte Schulungsprogramm für Tourismusauszubildende und Fachkräfte der vergangenen drei Jahre wurde im April 2011 mit dem ATHENE Preis 2011 für innovativeTrainingskonzepte im Tourismus ausgezeichnet. Der Preis wird vergeben vom Österreichischen Reisebüroverband (ÖRV), dem traveller magazin, der Europäischen Reiseversicherung und dem Corps Touristique Austria. Die Jurybetonte in ihrer Begründung die Bedeutung von Kinderschutz und die Verantwortung der österreichischen Tourismuswirtschaft im Hinblick auf die Ächtung von Kindersextourismus. Kontinuierliche Sensibilisierung sei dafür unbedingt notwendig, betonten die JurorInnen. Der Preis bestand aus einer Medienkooperation mit einem der führenden touristischen Fachmagazine in Österreich, dem traveller-Magazin. Die Preistrophäe wurde gemeinsam mit einer Urkunde von der Chefredakteurin des traveller-Magazines überreicht. Die Medienkooperation dauert bis dato (2015) an ist eine wichtige Maßnahme, touristische Fachkräfte kontinuierlich über das Thema zu informieren und zu sensibilisieren und insbesondere auch die neue Reporting-Webseite bekannt zu machen: www.nicht-wegsehen.at

Erstmals wurde auch ein E-Learning Tool für MitarbeiterInnen von Tourismusunternehmen entwickelt. Auf der Webseite www.childprotection-tourism.org können sich alle Interessierten kostenlos registrieren und zwischen 4 unterschiedlichen Modulen auswählen.

Stoppt Sexhandel mit Kindern und Jugendlichen – Eine Kampagne in Kooperation mit The Body Shop und ECPAT International

Laufzeit: 2009-2012, 3 Jahre
Projektleitung: The Body Shop & ECPAT International
Projektpartner: ECPAT Organisationen und The Body Shop-Shops in 65 Ländern

Verkauf der Handcreme „Soft hands-kind hearts“ zugunsten von ECPAT zur Umsetzung von Maßnahmen gegen Sexhandel mit Kindern und Jugendlichen.

Hauptziele:

  • Sensibilisierung für Kinderhandel und sexuelle Ausbeutung
  • Bewusstseinsbildung und Lobbying bei politisch Verantwortlichen
  • Schulungen und Trainings für relevante Berufsgruppen
  • Jugendbeteiligung
  • Petition für bessere Betreuung von Opfern von Kinderhandel

Zentrale Ergebnisse:

  • Schulungen in 5 Bundesländern
  • Jugendaktionen zum 20. November in Kooperation mit Shops in Österreich
  • Übergabe von 55.352 Unterschriften 7. Juli 2011 an das Parlament. Die Petitionen wurden von Natinoalratspräsidentin Mag. Barbara Prammer entgegengenommen. Mehr als 10 Parlamentarier waren bei der Übergabe anwesend und haben uns glaubwürdig versichert, dass sie sehr daran interessiert sind, dass die Forderungen der Petitionen im Parlament Gehör finden. Nachdem die Petition im Ausschuss behandelt wurde, fassten die Mitglieder des Petitionsausschusses am 1. Dezember 2011 den einstimmigen Beschluss, Mitte März 2012 ein Hearing zum Anliegen unserer Petition im Parlament abzuhalten, was ein großer Erfolg für die Kampagne war.
  • Am 6. Oktober 2011 hatte das Team von ECPAT Österreich außerdem die Gelegenheit, dem Bundesrat die Petitionsforderungen zur ECPAT-The Body Shop Kampagne näher zu bringen.
  • Am 28 Juni 2011 wurden von The Body Shop and ECPAT (End Child Prostitution, Child Pornography and Trafficking of Children for Sexual Purposes 2.3 Millionen Unterschriften aus ganz Europa an die EU-Kommissarin, Cecilia Malmström übergeben. Die Petitionen fordern die EU auf, Druck auf die Mitgliedsstaaten zur zügigen Umsetzung der EU-Richtlinien zur Bekämpfung des Menschenhandels auszuüben und insbesondere die vorgesehenen Maßnahmen zum Schutz von gehandelten Kindern zu berücksichtigen.
  • Am 29. September 2011 überreichten ECPAT und The Body Shop sieben Millionen Unterschriften aus der ganzen Welt an die Vorsitzende des UN Menschenrechtsrates, H.E. Ms Laura Dupuy Lassere. Die Regierungen der Welt werden damit aufgefordert sich stärker für die Bekämpfung des Handels mit Kindern und Jugendlichen zur sexuellen Ausbeutung einzusetzen. H.E. Ms.Laura Dupuy Lassare lobte die Kampagne. Sie sei „ ein historisches Ereignis für den UN- Menschenrechtsrat der auf den immensen Erfolgen dieser Kampagne aufbauen wird.“
  • Die Kampagne konnte bereits 14 Regierungen dazu motivieren, entsprechende Gesetze und Maßnahmen zum Schutz der Kinder und Jugendliche in die Wege zu leiten.