Have any questions?
+44 1234 567 890
Internationale Expertise für Fachkräfte im Tageszentrum Gnezdo
Internationale Workshops zur barrierefreien Kommunikation, herausfordernden Situationen und Arbeiten mit der Zielgruppe
Kinder und Jugendliche, die in Armut aufwachsen, benötigen nicht nur einen sicheren Ort, sondern auch gut ausgebildete Fachkräfte, die sie professionell begleiten, stärken und schützen können. Deshalb ist der Aufbau von Wissen und Kompetenzen ein zentraler Bestandteil unseres Projekts „Empowering Futures“ in Nordmazedonien.
Im Rahmen des Projekts organisierte ECPAT Österreich in den vergangenen Monaten drei internationale Workshops für das Team des Kindertageszentrums „Gnezdo“ sowie für lokale Lehrkräfte, Sozialarbeiter, Psycholog und weitere Fachkräfte. Ziel war es, neue Ansätze kennenzulernen, voneinander zu lernen und die Qualität der Arbeit mit von Armut betroffenen Kindern und Jugendlichen – insbesondere aus der Roma-Community – nachhaltig zu stärken. Das Pilotprojekt Empowering Futures wird vom Sozialministerium (BMASGPK) gefördert und von ECPAT Österreich, der Arbeitsgemeinschaft zum Schutz der Rechte der Kinder vor sexueller Ausbeutung, gemeinsam mit Journalists for Human Rights North Macedonia (JHR) umgesetzt.
Barrierefreie Kommunikation: Alle Kinder erreichen
Den Auftakt bildete ein zweitägiger Workshop zum Thema Accessible Communication. Gemeinsam mit internationalen Expert*innen der Caritas Serbia setzten sich die Teilnehmenden mit den Grundlagen barrierefreier Kommunikation auseinander.
Im Mittelpunkt standen Fragen wie: Was bedeutet verständliche und inklusive Kommunikation? Wie können Informationen in Leichter und Einfacher Sprache aufbereitet werden? Wie werden Veranstaltungen, Social-Media-Beiträge und Gespräche möglichst barrierefrei gestaltet?
Neben theoretischen Grundlagen lag der Schwerpunkt auf der praktischen Umsetzung. Die Teilnehmenden überarbeiteten eigene Texte, entwickelten leicht verständliche Informationsmaterialien und reflektierten Kommunikationsbarrieren im Arbeitsalltag. Besonders deutlich wurde, dass verständliche Kommunikation weit mehr bedeutet als vereinfachte Sprache – sie schafft Teilhabe und stärkt die Selbstbestimmung der Kinder und Familien.
Sicher handeln in herausfordernden Situationen
Ein weiterer Workshop widmete sich dem Thema High-Risk Behaviour and Challenging Situations.
Lehrkräfte, Schulpsycholog und Sozialarbeiter beschäftigten sich intensiv mit herausfordernden Verhaltensweisen von Kindern und Jugendlichen sowie mit professionellen Handlungsmöglichkeiten.
Im Fokus standen unter anderem: Prävention und Intervention bei Mobbing, der Ansatz der „Neuen Autorität“, Selbstregulation und Co-Regulation, der Umgang mit belastenden Familiensituationen sowie
die Zusammenarbeit mit Eltern.
Durch Rollenspiele, Gruppenarbeiten und Fallbeispiele konnten die Teilnehmenden das Gelernte unmittelbar auf ihre berufliche Praxis übertragen. Der intensive Erfahrungsaustausch zeigte, wie wichtig ein gemeinsames professionelles Verständnis für den Umgang mit schwierigen Situationen ist.
Kultursensibel mit Roma-Kindern und ihren Familien arbeiten
Der dritte Workshop widmete sich der kultursensiblen Arbeit mit der Zielgruppe des Projekts.
Gemeinsam mit Expertinnen des Romano Centros in Wien sowie dem Team des Tageszentrums wurden die Lebensrealitäten von Roma-Familien in Nordmazedonien beleuchtet. Themen waren unter anderem Antiziganismus, soziale Ausgrenzung, familiäre Strukturen und die Bedeutung eines ganzheitlichen Unterstützungsansatzes.
Anhand konkreter Fallbeispiele diskutierten die Teilnehmenden, wie Vertrauen aufgebaut, kultursensibel kommuniziert und professionelle Grenzen gewahrt werden können. Auch die Begleitung und Supervision von Freiwilligen spielte dabei eine wichtige Rolle.
Nachhaltige Wirkung für Kinder und Familien
Die drei Workshops zeigen, wie wichtig kontinuierliche Weiterbildung für Fachkräfte ist. Neue Methoden, internationale Perspektiven und der intensive Erfahrungsaustausch stärken nicht nur die Mitarbeitenden, sondern kommen unmittelbar den Kindern und ihren Familien zugute.
Mit dem Projekt Empowering Futures unterstützt ECPAT Österreich das Kindertageszentrum „Gnezdo“ dabei, Kindern und Jugendlichen bessere Bildungs- und Zukunftschancen zu eröffnen. Gleichzeitig wird das lokale Team dabei begleitet, seine fachlichen Kompetenzen kontinuierlich weiterzuentwickeln und den Herausforderungen des Arbeitsalltags professionell zu begegnen.
So entsteht nachhaltige Wirkung – durch Wissen, Zusammenarbeit und die gemeinsame Überzeugung, dass jedes Kind die Chance auf eine sichere und selbstbestimmte Zukunft verdient.